Hösel

Geschichte

Der Ortsname Hösel entstand vermutlich aus den Begriffen –sel (Haus , Wohnung) und hoch, also ein „hochgelegenes Haus“. Wahrscheinlich ist das ein Hinweis auf einen großen Bauernhof, einen sogenannten Fronhof, der zur königlichen Grundherrenschaft gehörte.

Weitere Erwähnungen findet Hösel, beziehungsweise der Höseler Hof, 1202 in einem Register über die Abgaben die der Pächter, als der Hof, an den Eigentümer, den Gerresheimer Stift, zu leisten hatte. Der Höseler Hof war der größte von insgesamt 32 Höfen, die zum Stift gehörten. Hier wurde auch Gericht gehalten, zum Beispiel 1337, als es zum Rechtsstreit zwischen Pächter und Eigentümer kam. Erst 1780 gingen einige der Höfe in das Eigentum der Hofleute über. Dabei wurden Kaufpreise bis zu 102 Reichstalern erzielt.

Eine Besonderheit in der Geschichte Hösels bleibt die frühe Verbundenheit zur Reformationsbewegung. Bis zum 18. Jahrhundert gehörten die Höseler Reformierten zur Kirchengemeinde Homberg, erst später bildete sich die Linneper Gemeinde. Den Mitgliedern der Reformationskirche gelang es schon 1696 eine Schule, die „oberste Schule“, einzurichten.

Bis ins 20. Jahrhundert blieb Hösel eine Ansammlung von landwirtschaftlichen Höfen, die teilweise sehr entfernt voneinander lagen. Deshalb blieb die Einwohnerzahl auch lange sehr gering; selbst 1890 noch wohnten gerade einmal 791 Bürger in Hösel.

Dafür entwickelte sich Hösel in derselben Epoche zu einem beliebten Ausflugsziel. Der Neubau der Bahnlinie im Jahr 1872, das später angebaute Bahnhofsgebäude, die Eröffnung der Schmalspurbahn und die 1903 eröffnete Angertalbahn lockten zahlreiche Besucher in die Gemeinde. Aus dem Umland kamen immer mehr Ausflügler, die gerne ihren Sonntag in einer der zwölf Ausflugslokale verbrachten. Hier konnte man in reizvoller Landschaft draußen sitzen oder sich auf der Kegelbahn sportlich betätigen. In den 1930er Jahren wurde Hösel sogar Luftkurort, eine Kurpark entstand und die Gemeinde war berechtigt Kurtaxe zu erheben.

Stetig stieg auch die Nachfrage nach Wohnmöglichkeiten. Bis 1914 ließ die Gemeinde deshalb 24 Villen in exklusivem Stil bauen, für die nur beste Materialien verwendet wurden – entsprechend gut betucht mussten die Hausherren sein. Nach dem Ersten Weltkrieg bis in die 1930er Jahre wurden noch weitere elegante und geschmackvolle Villen dazugebaut. 1917 kaufte der Düsseldorfer Unternehmer Hugo Henkel ein großes Grundstück, dass er mit den Jahren immer mehr erweiterte. Andere Industrielle folgten seinem Beispiel. Ihre Villen lagen oftmals in parkartiger Umgebung und luden ein, repräsentative Feste zu feiern.

Hösel wuchs jetzt beständig und hatte im Jahr 1946 nunmehr 2865 Einwohner. Deshalb wurde immer wieder gebaut, wie zum Beispiel seit 1966 im Bereich Ernst-Stinshoff-Straße 61 eine Reihe von Einfamilienhäusern.

1991 wurde schließlich auf dem ehemaligen Gelände der Spiegelglasfabrik das Hösel-Center erreicht. Seitdem hat Hösel nun auch einen Ortsmittelpunkt. Heute hat der Stadtteil 8387 Einwohner und nach wie vor einen hohen Naherholungswert. Seine wunderschöne Lage lockt viele Besucher für erholsame Ausflüge und ausgedehnte  Wanderungen.