Quartiersentwicklung: Fragen und Antworten

Was ist ein Quartier?

Jede Kommune hat Quartiere, wobei ein Quartier nicht automatisch einem Stadtviertel entspricht. Quartiere entstehen oft durch ihre besondere geographische Lage, weil sie zum Beispiel durch eine große Straße getrennt oder durch die bebaute Umgebung geprägt sind. Aber auch Wegebeziehungen, soziale Strukturen oder Kirchengemeinden können „natürliche“ Grenzen bilden.

Was macht Quartiersentwicklung?

Quartiersentwicklung heißt, Quartiere in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dabei sind zwei Punkte besonders wichtig:

1. Räumliche Infrastruktur

Öffentliche Gebäude und Räume werden barrierefrei und damit generationengerecht. Es gibt Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten im nächsten Umfeld etwa durch Grünflächen, Sitzbänke oder generationsübergreifende Spielplätze. Um das soziale Gemeinwesen zu fördern, werden Begegnungsräume angeboten, zum Beispiel in Form von Bürgertreffpunkten oder –cafés.

2. Beratung und Begleitung

Es werden wohnortnahe Beratungs- und Begleitungsangebote gestellt, sowohl von hauptamtlichen als auch durch ehrenamtliche Stellen. Es geht um die Bereiche Betreuung und Pflege, Soziales, Kultur, die haushaltsnahen Dienstleistungen und um Mobilitätsangebote, wie zum Beispiel Fahrdienste. Stichwort Hilfemix: Damit jeder Quartiersbewohner die Angebote optimal nutzen kann, müssen die Leistungen koordiniert und abgestimmt werden.

Warum ist Quartiersentwicklung überhaupt nötig?

Quartiersentwicklung ist eine Reaktion auf den demographischen Wandel. Was ist darunter zu verstehen? Kurz gefasst werden zwei zentrale Verschiebungen die demographische Entwicklung prägen:

  1. Eine zunehmende ältere Bevölkerung und eine insgesamt schrumpfende Einwohnerzahl.
  2. Die Zahl der älteren Menschen wird zunehmen. Insbesondere die Zahl der Hochaltrigen wird überproportional ansteigen. Das wird Auswirkungen auf die soziale Infrastruktur haben – von KiTas über Schulen bis hin zu Bürgertreffpunkten.

Natürlich ist jede Kommune unterschiedlich betroffen, aber jede Stadt und jeder Kreis wird sich überlegen müssen, wie sie mit der sich verändernden Bevölkerungsstruktur umgehen will. Genau hier setzt die Quartiersentwicklung an.

Was bringt mir die Quartiersentwicklung?

Jeder Bewohner kann von dem sozialen Netzwerk profitieren, das durch die Quartiersentwicklung gestärkt wird. Denn um den unterschiedlichen Ansprüchen in den verschiedenen Quartieren gerecht zu werden, ist es erforderlich, ein stabiles Netz sich selbst tragender Strukturen zu schaffen. Diese Strukturen tragen wesentlich dazu bei, stabile Nachbarschaften zu bilden. Dazu gehört auch, ein wertschätzendes gesellschaftliches Umfeld zu fördern, die gemeinsame Identität zu stärken und damit ein „Wir-Gefühl“ zu erzeugen. Ebenso sind die Werte im Quartier ein Handlungsfeld. Es gilt, das Altsein zu enttabuisieren und realistische Altersbilder, bei denen ältere Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu etablieren. Die Enttabuisierung schließt alle Zielgruppen und Sachverhalte ein, die zu Ausgrenzungen führen. Im Zuge der Quartiersentwicklung werden außerdem unterschiedliche Angebote geschaffen, an denen jeder teilnehmen kann.

Was kann ich für mein Quartier tun?

Über eine erfolgreiche Projektentwicklung sollen die verschiedenen Menschen in einem Quartier erreicht werden. Das Interesse und die persönliche Einstellung der Bewohner vor Ort stellt eine sehr wichtige Voraussetzung für gelungene Projekte dar. Wirksame und fruchtbare Projekte basieren auf den im Quartier lebenden bzw. verwurzelten Menschen und den Gründern der verschiedenen Projekte. Wenn sich die Bewohner für ihr Quartier engagieren, geben sie den Projekten eine individuelle Prägung. In der bürgerorientierten Gemeinwesenarbeit lässt sich festhalten, dass der Ausgangspunkt der sozialen Arbeit sich immer am Willen und Interesse der Menschen manifestieren sollte, deren Lebenswelt sich im Quartier befindet. Wenn Sie helfen wollen oder Fragen haben, zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen.